Wald und Holz schützen unser Klima: Aigner fordert Wald-Klima-Fonds

06.10.2009 | Berlin
"Die Inventurstudie zur Kohlenstoff-Bilanz des deutschen Waldes belegt: Wald und Holz schützen unser Klima", sagte Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Ilse Aigner heute in Berlin. Die Studie zeigt, dass in der ober- und unterirdischen Biomasse (Holz, Laub/ Nadeln und Wurzeln) die Wälder in Deutschland 1,2 Milliarden Tonnen Kohlenstoff speichern.

Zusätzlich speichert der Waldboden Kohlenstoff in ähnlicher Größenordnung.

Die Holzvorräte in den deutschen Wäldern sind mit 330 Kubikmeter (m3) je Hektar mit die höchsten in Europa. Durch die Speicherung von Kohlenstoff in langlebigen Holzprodukten wie zum Beispiel Möbel oder Bauholz wird die positive Klimawirkung weiter verstärkt. Jeder Kubikmeter Holz enthält umgerechnet 270 Kilogramm Kohlenstoff.

"Andererseits beeinträchtigt der Klimawandel die Vitalität der deutschen Wälder. Zur Anpassung an den Klimawandel sowie zur Bewahrung der Speicherleistung der Wälder sind forstwirtschaftliche Maßnahmen dringend notwendig. Diese sollten aus der Veräußerung der Emissionszertifikate finanziert werden. Daher setze ich mich für die Einrichtung eines Wald-Klima-Fonds ein", so Aigner weiter.

Nach der "Inventurstudie" liegt der Holzzuwachs im deutschen Wald bei 11,1 Kubikmeter je Hektar und Jahr. Verbraucht wurden im Betrachtungszeitraum jährlich in Deutschland durchschnittlich 6,9 Kubikmeter pro Hektar oder 70,5 Millionen Kubikmeter Holz. Insgesamt wurden rund 93 Prozent des Zuwachses durch Holzeinschlag und natürlichen Abgang abgeschöpft.

Die Kohlenstoffvorräte stiegen von 2002 bis 2008 um circa 4,7 Millionen Tonnen jährlich an. Die jährliche Kohlenstoff-Einbindung in Wäldern entspricht circa 15 Prozent der durchschnittlichen jährlichen in privaten Haushalten direkt erzeugten CO2-Emissionen der letzten Jahre.

Die Studie unterstreicht die wichtige gesellschaftliche Leistung der Forstwirtschaft und ihre Erfolge um die Pflege und den Erhalt des Waldes. Der deutsche Wald ist um zwei Prozent-Punkte laubbaumreicher geworden. Diese Entwicklung wird angesichts der hohen Bedeutung der Laubbäume für die Stabilität und Biodiversität der Wälder als günstig bewertet.

Gleichzeitig hat das für den Artenschutz so bedeutende Holz abgestorbener Bäume oder Baumteile, das so genannte Totholz, um 19 Prozent auf 14,7 Kubikmeter je Hektar zugenommen. Dies zeigt, dass das von vielen Forstverwaltungen verfolgte Ziel der Totholzanreicherung erfolgreich umgesetzt worden ist.

Die Baumarten mit den größten Flächenanteilen sind nach wie vor Fichte, Kiefer, Buche und Eiche. Die Fichte stellt mit 26 Prozent den weitaus größten Anteil aller Baumarten und unterstreicht damit ihre Bedeutung für die Forst- und Holzwirtschaft. Als nächstes folgen die Kiefer mit 23 Prozent und die Buche mit 16 Prozent.

Deutschland hat sich zur Anrechnung von Waldbewirtschaftung nach Artikel 3.4 des Kyoto-Protokolls entschieden. Daher hat das Johann Heinrich von Thünen-Institut im Auftrag des BMELV die "Inventurstudie" durchgeführt. Diese liefert - erstmals seit der deutschen Wiedervereinigung - einen Überblick zum Holzzuwachs und Holzeinschlag sowie zur Entwicklung des Holzvorrats in ganz Deutschland. Die Studie enthält damit eine "Eröffnungsbilanz" der Kohlenstoffvorräte im deutschen Wald für die Verpflichtungsperiode, die von 2008 bis 2012 läuft.

Am 9. Oktober 2009 werden das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und das Johann Heinrich von Thünen-Institut gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher und dem Deutschen Forstwirtschaftsrat die Ergebnisse der Inventurstudie im Airport Conference Center am Flughafen Frankfurt/Main vorstellen.

Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)

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