Sonderausstellung über Grube Messel im LWL-Museum für Naturkunde

17.06.2010 | Münster
Urpferdchen, Ameisenbär und Urtapir

Ab Freitag (18. Juni) zeigt das LWL-Museum für Naturkunde in Münster die weltberühmten fossilen Schätze aus dem UNESCO-Weltnaturerbe-Denkmal Grube Messel bei Darmstadt. Den Besucher erwartet die größte Auswahl von Messel-Fossilien, die jemals für eine Son-derausstellung zusammengestellt wurde. Auf rund 400 Quadratmeter Ausstellungsfläche werden in "Messel on Tour" 125 seltene Versteinerungen in unterschiedlichen Lebensräumen präsentiert.

Sie lebten vor rund 47 Millionen Jahren - Urpferdchen, Ameisenbär und Urtapir. In Europa herrschte ein tropisch warmes und feuchtes Klima. Zu dieser Zeit war die Grube Messel ein tiefer See, umgeben von einem üppigen Regenwald. Am Wasser trafen sich die Tiere zum Trinken. Wald und See boten einer Vielfalt von Pflanzen und Tieren ein Zuhause und gleichzeitig auch ihre letzte Ruhestätte. Denn der See barg Gefahren, konnte er doch zu einer schlimmen Falle werden, in der viele Tiere zu Tode kamen. Dank besonderer Bedingungen im See versteinerten ihre Überreste im Laufe von Millionen Jahren. Durch Ausgrabungen sind die Tiere und Pflanzen als "unsterbliche" Versteinerungen aus dem Boden geholt worden.

Alle Fossilien sind Originale und stammen aus der Sammlung des Hessischen Landesmuseums Darmstadt. Die Exponate wurden teilweise zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und zu einer Wanderausstellung zusammengestellt.

Museumsdirektor Dr. Alfred Hendricks: "Wir freuen uns, die seltenen Fossilien einem großen Publi-kum vorstellen zu können."

Die Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Dr. Barbara Rüschoff-Thale, ergänzt: "Die Ausstellung wird hier im Museum bis zum 1. Mai 2011 gezeigt. So besteht eine genügend lange Präsentationszeit - wir hoffen auf eine gute Resonanz in der Öffentlichkeit."

Hintergrund

Mit bislang rund 10.000 Funden ist Messel weltweit eine der ergiebigsten Fossilienlagerstätten. Die geborgenen Fossilien sind einmalig. Ihre hervorragende Erhaltung hat die Funde der Grube Messel berühmt gemacht, 1995 wurde die Lagerstätte in die Liste der Weltnaturerbe-Denkmäler der UNESCO aufgenommen. Ihre Vollständigkeit - vielfach sind selbst Haare, Hautschatten oder Inhalte des Magen-Darm-Traktes erkennbar - macht die Fossilien zu "Kunstwerken der Natur" und erlaubt zudem eine detaillierte Rekonstruktion ihres damaligen tropisch-subtropischen Lebensraumes vor 47 Millionen Jahren.

Zu den Glanzstücken der Sonderausstellung zählen Seltenheiten wie der Ameisenbär (Eurotamandua joresi), das Scheinraubtier (Lesmesodon behnkeae) oder der "Urtapir" (Hyrachyus minimus). Sie nehmen die Schlüsselfunktionen in Fragen der Entstehung und Verbreitung dieser Tiergruppen ein. Der Besucher begegnet zudem Berühmtheiten wie den Messeler Urpferdchen, von denen unter anderem eine trächtige Stute mitsamt ihrem Fötus gezeigt wird

Quelle: Pressemeldung Landschaftsverband Westfalen-Lippe

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