Schütte: "Sicherheit hat bei der Pflanzengenetik Priorität"
Die biologische Sicherheitsforschung stand im Mittelpunkt des vierten Runden Tisches Pflanzengenetik am Mittwoch im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). "Der offene und intensive Dialog beim Runden Tisch hat gezeigt, dass weiterhin eine sorgfältige, häufig auch interdisziplinäre wissenschaftliche Forschung zu den Auswirkungen von gentechnisch veränderten Pflanzen notwendig ist", sagte BMBF-Staatssekretär Georg Schütte, der den Runden Tisch leitete. "Nur so können wir die notwendigen fachlichen Kompetenzen erhalten, um die weltweit dynamischen Entwicklungen auf dem Gebiet der Gentechnik zu beurteilen und verantwortlich zu nutzen."
Schütte kündigte für Ende des Jahres die Fortsetzung der Förderung zur biologischen Sicherheitsforschung an. Der Staatssekretär sicherte zu, die Vorschläge der Teilnehmer, die sich am Mittwoch zum letzten Mal zum Runden Tisch Pflanzengenetik getroffen hatten, bei der Ausgestaltung dieser Förderinitiative zu berücksichtigen. Hochrangige Vertreter aus der Wissenschaft, der Wirtschaft, der Verwaltung und von Verbänden hatten zuvor mit Staatssekretär Schütte und mit dem Staatssekretär Robert Kloos aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium intensiv und durchaus auch kontrovers über die Sicherheitsaspekte der Pflanzengenetik diskutiert. Dabei ging es insbesondere um die Frage, welche Risiken speziell von gentechnisch veränderten Pflanzen ausgehen.
"Für die Bundesregierung hat die Sicherheit für die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt oberste Priorität", sagte Schütte. Das BMBF beispielsweise unterstützt die biologische Sicherheitsforschung seit 1979 bis heute mit mehr als 100 Millionen Euro. "Mit der Förderung der biologischen Sicherheitsforschung werden die in der öffentlichen Debatte um die Grüne Gentechnik vorgebrachten und wissenschaftlich begründeten Einwände und Befürchtungen aufgegriffen", sagte Schütte. "Eine gute Kommunikation dieser Wissenschaft ist auch Voraussetzung dafür, dass die Pflanzengenetik überhaupt erfolgreich sein kann."
Die Erweiterung des Wissens über das Verhalten gentechnisch veränderter Pflanzen unter Freilandbedingungen und die Beobachtung der Auswirkungen ihrer Anwendungen sind Gegenstand der Forschungsaktivitäten. In 300 Projekten haben sich an der Erforschung der biologischen Sicherheit von gentechnisch veränderten Organismen über 60 Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen beteiligt. Schütte betonte: "Die beteiligten Forscherinnen und Forscher in Deutschland sind sich der Verantwortung für Mensch, Tier und Umwelt wie auch für das Wohlergehen nachfolgender Generationen sehr bewusst. Die Projekte zur biologischen Sicherheitsforschung werden mit äußerster wissenschaftlicher Sorgfalt geplant und durchgeführt. Die Ergebnisse sind in international anerkannten Fachzeitschriften veröffentlicht worden und haben Eingang bei Entscheidungen der Zulassungsbehörden gefunden. Viele klärende Ergebnisse liegen mittlerweile vor."
Bei den Projekten gab es keine wissenschaftlichen Belege für gesundheitliche oder ökologische Schäden von gentechnisch veränderten Pflanzen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich umfassend über die konkreten Forschungsthemen und Ergebnisse der geförderten Projekte unter www.biosicherheit.de informieren.
Hintergrundinformation zum Informationsportal www.biosicherheit.de:
Mit jährlich mehr als einer Million Besuchern hat sich die Internetseite www.biosicherheit.de zur zentralen Informationsplattform rund um die Sicherheit gentechnisch veränderter Pflanzen entwickelt. Jetzt präsentiert sich biosicherheit.de in neuem Layout und mit deutlich optimierten Funktionen. Neue redaktionelle Akzente und eine straffere Menüführung sorgen für mehr Transparenz und eine übersichtliche Struktur. Mit Hilfe eines leistungsstarken Navigationsinstrumentes zur Erschließung komplexer Themenbereiche findet der Nutzer künftig noch schneller und einfacher die für ihn wichtigen Fakten.
Text- und Bildmaterial sowie Videodokumentationen zu den Forschungsprojekten stehen in der neuen Rubrik "Mediathek" zum Download bereit. Medienvertreter können sich im Pressebereich für den Presseverteiler von biosicherheit.de registrieren.
Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung
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