Gefahren zwischen Putzlappen, Eimer und Besen
Wenn die ersten wärmeren Sonnenstrahlen des Jahres Krokusse und Osterglocken aus dem Erdreich hervorlocken, wird in vielen Haushalten zu Putzlappen, Eimer und Besen gegriffen, um den Mief der grauen Wintertage endgültig aus dem heimischen Domizil zu vertreiben. Nur die wenigsten sind sich aber dabei der Unfallgefahren bewusst, die beim Frühjahrsputz lauern.
Mit rund zwei Millionen jährlich liegt die Zahl der Haushaltsunfälle in der Bundesrepublik immer noch viel zu hoch. 2001 ereignete sich etwa jeder dritte Unfall mit Todesfolge im häuslichen Bereich. Jeder vierte, der im Haushalt verunglückt, wird Opfer eines Unfalls beim Frühjahrsputz. Unfälle im häuslichen Bereich zählen zu den Freizeitunfällen, die nicht über die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt sind. Wer infolge eines Freizeitunfalls in ärztliche Behandlung muss und sogar vorübergehend oder dauernd berufs- beziehungsweise erwerbsunfähig wird, muss erhebliche finanzielle Einbußen und Belastungen verkraften. Eine private Unfallversicherung ist daher dringend zu empfehlen, denn nur sie bietet Versicherungsschutz im Freizeitbereich und eben auch bei Unfällen im Haus, Keller, Garage und Garten.
Hauptunfallursache sind Stürze
Viele Haushaltsunfälle ließen sich aber vermeiden, wenn einige Vorsichtsmaßnahmen beherzigt würden. Verstärkt geachtet werden sollte darauf, Sturzgefahren zu beseitigen. Bei über 80 Prozent aller Haushaltsunfälle sind Stürze die Ursachen. Ein noch so kunstvoll errichteter Turm aus Hocker und Fußbank, womöglich noch um einige Zentimeter in die Höhe getrieben durch das Unterlegen der letztjährigen Urlaubslektüre, ist kein Ersatz für eine sicherheitsgeprüfte Haushaltsleiter. Beim Kauf der Leiter unbedingt auf das TÜV-Sicherheitszeichen achten! Lockert sich eine Sprosse, sollte die Leiter fachgerecht repariert werden. Auch die sicherste Haushaltsleiter nützt nur wenig, wenn sie mit hochhackigen Pumps oder ähnlich ungeeignetem Schuhwerk erklommen wird. Festes Schuhwerk mit möglichst flachem Absatz und rutschfester Sohle ist beim Hausputz deshalb Pflicht.
Besonders unfallträchtig sind Treppen. Um hier Stürze zu vermeiden, ist für eine gute Ausleuchtung und Gleitschutz auf den Stufen zu sorgen. Gute Trittfestigkeit bietet festverklebter Teppichboden. Auf das Bohnern der Stufen sollte wegen der Rutschgefahr verzichtet werden.
Das Fenster kann gefährlich werden.
Vorsichtsmaßnahmen beim Hausputz
Generell ist beim Hausputz darauf zu achten, keine Arbeitsgeräte herumliegen zu lassen. Weitere "Stolpersteine" wie Fußmatten und Läufer sollten mit einer rutschfesten Unterlage versehen werden, Teppichränder sind mit Kleber oder Teppichschienen zu befestigen. Kabel von Haushaltsgeräten, die nicht in Gebrauch sind, sollten eingerollt werden. Vor der Reinigung von Elektrogeräten unbedingt den Stecker ziehen! Wer mit Haushaltsreiniger sparsam umgeht, bringt den Frühjahrsputz gesund hinter sich und schont außerdem die Umwelt. Auf keinen Fall sollten verschiedene Reiniger zusammengekippt werden, denn die Mischung könnte giftige Dämpfe absondern. Beim Kauf von Putzmitteln unbedingt auf die Kinderschutzkappe achten!
Bei Gartenarbeiten sollten feste Schuhe mit griffigem Profil getragen werden. Zu den unfallträchtigsten Geräten rund ums Haus gehören elektrisch betriebene Heckenscheren, Rasenmäher und Motorsägen. Um ein unbeabsichtigtes Einschalten auszuschließen, zusätzlich den Netz- oder Zündkerzenstecker ziehen. Störungen nur bei abgestelltem Motor beheben. Auch Freizeitgärtner sollten beachten, dass elektrische Geräte keinesfalls mit Wasser abgespritzt werden dürfen.
Quelle: Pressemeldung LVM Versicherungen
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