Amerikanische Zapfenwanze wird in hiesigen Regionen heimisch
Nun hat es eine weitere Art - mit zwei Zentimetern Körperlänge ein "Riese" unter den Wanzen - geschafft, heimisch zu werden: die Amerikanische Zapfenwanze. In ihrer eigentlichen Heimat Nordamerika gilt diese, mit wissenschaftlichem Namen Leptoglossus occidentalis benannt, als Schädling. Sie saugt an den Blüten und Samen von Nadelbäumen und verringert dadurch die Samenproduktion. Äußerlich erkennbare Schäden werden jedoch nicht verursacht. Die Art ist - neben ihrer Größe - leicht an den blattförmig verbreiterten Schienen der Hinterbeine zu erkennen, außerdem existieren auf den Hinterschenkeln deutlich sichtbare Zähne.
Der "Siegeszug" dieser Art in Europa begann 1999 mit einem Nachweis in Italien, es folgten 2005 Beobachtungen in Österreich und der Schweiz, bevor die Art 2006 auch erstmals in der deutschen Bundeshauptstadt Berlin nachgewiesen werden konnte. Im letzten Jahr wurde sie auch zum ersten Mal in Rheinland-Pfalz gefangen und scheint sich - trotz des kalten letzten Winters - hier wohl zu fühlen, da in diesem Jahr vermehrt Tiere beobachtet werden konnten.
Die erwachsenen Exemplare verlassen im Mai oder Juni ihre Winterverstecke und vermehren sich im Laufe des Jahres auf unterschiedlichen Nadelbäumen. Sobald die Samen in den Zapfen reif sind und anfangen auszufallen, ziehen sich die Wanzen an geschützte Orte zurück. Dies sind nicht selten die Wohnungen derjenigen Menschen, die einen schönen Nadelbaum in ihrem Garten beherbergen. Beim Einflug in die Wohnungen können die Tiere laut brummen, dann sind auch die orange-farbenen Flecken auf dem Hinterleib zu sehen. Einen großen Vorteil haben diese Wanzen gegenüber vielen ihrer Verwandten: Sie verbreiten über ihre Stinkdrüsen keinen unangenehmen Geruch, sondern einen an Äpfel erinnernden Duft. Ob man die Tiere zur Aufbesserung des Raumklimas verwenden möchte, bleibt jedem selbst überlassen…
Das Naturhistorische Museum Mainz versucht, die Ausbreitung des amerikanischen Exoten in Rheinland-Pfalz zu dokumentieren. Nachweise - am besten in Form von Fotos oder auch durch Übersendung der Tiere - nimmt Dr. Carsten Renker (E-Mail: dr.carsten.renker@stadt.mainz.de) entgegen.
Quelle: Pressemeldung Landeshauptstadt Mainz
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