Aigner fördert Bienenmonitoring

20.05.2009 | Berlin
"Ich sehe die periodisch auftretenden hohen Völkerverluste sowie die aufgetretenen Bienenschäden mit großer Sorge", sagte die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Ilse Aigner anlässlich des Gesprächs mit Imkerverbänden heute in Berlin.

"Betroffen sind nicht allein die Imker, sondern auch die Landwirtschaft, einschließlich des Obst- und Gartenbaus, da hierfür die Bienen wertvolle Bestäubungsarbeit als wichtige Voraussetzung für eine ertragreiche Ernte leisten." Die Ursachen für die Völkerverluste sind vielfältig und teilweise nicht geklärt.

Angesichts dieser Lage hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) verschiedene Maßnahmen ergriffen, um auf die Situation zu reagieren. "Bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln haben wir - nachdem im vergangenen Frühjahr erhebliche Bienenschäden aufgetreten sind - schnell reagiert. Die Maßnahmen haben erfreulicherweise gewirkt, so dass in diesem Jahr keine vergleichbaren Schäden aufgetreten sind. Für mich ist klar, dass Pflanzenschutzmittel nur dann zugelassen werden können, wenn umfassend deren Wirkung auf Bienen bewertet ist. Hierbei müssen natürlich auch alle neuen Erkenntnisse berücksichtigt werden", so die Ministerin.

Das BMELV hat seit dem letzten Runden Tisch bienenrelevante Projekte mit einem Volumen von 1,8 Millionen Euro bewilligt. Dies betrifft Forschung zur Bienengesundheit, Bienenhaltung und Bienenzucht. Das Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, und das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, bauen derzeit ihre Forschungskapazitäten zum Thema Bienen weiter aus.

Das Deutsche Bienenmonitoring hat in seiner bisherigen Form aus Sicht der Ministerin wertvolle Erkenntnisse zur komplexen Thematik der Bienengesundheit, der Bienenhaltung und Bienenzucht geliefert. Bundesministerin Aigner erklärte, dass sich die beteiligten Einrichtungen jetzt schnell auf ein Konzept zur Fortsetzung des Monitorings verständigen sollten und dass sich das BMELV an der Finanzierung beteiligen werde. Vorraussetzung ist jedoch, dass auch die Länder ihren Beitrag hierzu leisten.

Aufgrund der Komplexität der Zusammenhänge bedarf es koordinierter und konzeptionell aufeinander abgestimmter Lösungen. Daher möchte das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die Initiative ergreifen und in Zusammenarbeit und in Abstimmung mit den Ländern, den Imkerverbänden und externen Experten eine Gesamtkonzeption "Nachhaltige Bienenhaltung und Imkerei in Deutschland" erarbeiten. So muss langfristig die Zucht von Bienen ermöglicht werden, die nachhaltig leistungsfähig sind und somit eine Bestäubung von Nutzpflanzen sichern und die Produktion von qualitativ hochwertigem Honig und anderen Bienenerzeugnissen ermöglichen.

Die Ministerin appellierte an die Imkerverbände, einen durchgehend sachlichen Dialog im Interesse der deutschen Bienenwirtschaft zu befördern. Auf der Grundlage einer vertrauensvollen Zusammenarbeit aller Beteiligten sollte eine nachhaltige Bienenhaltung und Imkerei in Deutschland in der Lage sein, ihre wichtigen Aufgaben im Dienste der Landwirtschaft und der Gesellschaft wahrzunehmen.

Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)

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